Suffizienz in Unternehmen – Die unterschätzte Strategie

Die Anpassung an ökologische und soziale Bedürfnisse fordert eine strukturelle Veränderung in der Wirtschaft. Viele Unternehmen mindern ihren Umwelteinfluss, indem sie effiziente und konsistente Projekte umsetzen. Sie versuchen durch weniger Ressourcen den gleichen Output zu generieren und arbeiten mit geschlossenen Stoffkreisläufen. Diese Strategien sind objektorientiert und stützen sich auf technologische Innovationen. Allerdings haben sie den Nachteil mögliche Rebound-Effekte zu erzeugen, denn Effizienzgewinne können den Konsum von Produkten erhöhen. Um eine ganzheitliche Nachhaltigkeit in der Arbeitswelt zu schaffen, bedarf es daher die Einbindung aller relevanter Akteur*innen entlang der Wertschöpfungskette. Das ist ein zentraler Punkt in der Strategie der Suffizienz, bei der es um das sinnstiftende Produzieren und Konsumieren geht. Bisher wird Suffizienz im Unternehmenskontext selten angewendet, aufgrund des mangelnden Wissens und der Verständlichkeit.

Das Impulspapier „Suffizienz im Unternehmenskontext“ der Integralen Planung GmbH (Intep) und dem Verband für nachhaltiges Wirtschaften (öbu) hilft dabei, die Prinzipien von unternehmerischer Suffizienz besser zu verstehen.

Quelle: Unsplash, Kleomenis Spyroglou, Utrecht Centraal, Netherlands (letzter Zugriff: 27. Juli 2020)

Suffizienz-Prinzipien für Unternehmen

Unternehmen, die suffizient agieren, arbeiten lösungsorientiert an den Herausforderungen der Gesellschaft und bleiben dabei innerhalb der planetaren Belastungsgrenzen. Dabei werden Ressourcen wie Material, Finanzen, Produkt oder Dienstleistung, Mensch, Wissen, Raum und Zeit schonend, also weniger, regionaler und langsamer, eingesetzt und an die Nachhaltigkeitsziele angepasst. Das Wissen vermitteln die Unternehmen transparent an alle Stakeholder. Mit dieser Einstellung machen sie sich ihren Auswirkungen bewusst und messen ihren Nutzen an monetäre, soziale und ökologische Variablen. Ihre Arbeit ist sinnstiftend und das steht im Mittelpunkt ihrer Untenrehmenskultur.

Vorteile

Suffizienz wird oft mit Verzicht in Verbindung gebracht und scheint in erster Linie unattraktiv für Unternehmen. Das Impulspapier verweist auf das Gegenteil. Unternehmen, die sich mit Suffizienz positionieren, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil. Wenn Unternehmen die Suffizienz-Prinzipien umsetzen, fördern sie die nachhaltige Entwicklung unserer Wirtschaft und beweisen ihre Relevanz für das System. Die Transparenz von ihren Aktivitäten ist für viele Stakeholder reizvoll. Es schafft Vertrauen und ist insbesondere für Investor*innen ein Zeichen der Risikominderung. Somit können Unternehmen mit Suffizienz als Strategie die Nachhaltigkeitsziele besser erreichen und ihre Attraktivität, Arbeitszufriedenheit und Qualität ihres wirtschaftlichen Schaffens erhöhen.

Fazit

Als komplementäre Strategie zur Effizienz und Konsistenz ist Suffizienz unvermeidbar, wenn Unternehmen ein ganzheitlich nachhaltiges Wirtschaftssystem anstreben. Eine ressourcenschonende und sinnstiftende Arbeitsweise bedeutet in vieler Hinsicht sparsam zu sein. Das zeigt, wie wertvoll ihre Arbeit ist und kann dadurch den Unternehmen verschiedene Vorteile ermöglichen.

Quellen

intep (2020): Suffizienz im Unternehmenskontext – Ein notwendiger Ansatz zu einem verantwortungsvollen Unternehmertum. Impulspapier, Zürich.

Link zum Impulspapier: https://www.oebu.ch/admin/data/files/section_asset/file_de/4530/4287_impulspapier_intep_oebu_suffizienz_unternehmen_mai2020-(1).pdf?lm=1592293739

Palzkill, A., Schneidewind, U. Suffizienz und Unternehmen – ein Paradox?. uwf 23, 1–2 (2015). https://doi.org/10.1007/s00550-015-0354-7

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