Interview mit Andrea Vetter vom Konzeptwerk Neue Ökonomie

Seit 2015 gibt es die Degrowth-Sommerschule, die im August 2019 auf dem Klimacamp Leipziger Land in die fünfte Runde geht. Die Kurse der Sommerschule beinhalten Ideen und Visionen “für eine soziale, ökologische und demokratische Gesellschaft”. Andrea Vetter vom gemeinnützigen Veranstalter “Konzeptwerk Neue Ökonomie” hat mit uns über die Sommerschule und Postwachstum im Allgemeinen geredet.

Die Degrowth-Summerschule 2018, © Konzeptwerk neue Ökonomie

Deutsche Umweltstiftung (DUS): Können Sie bitte kurz etwas über das Konzeptwerk Neue Ökonomie erzählen?

Andrea Vetter (AV): Das Konzeptwerk Neue Ökonomie ist seit 2011 ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein. Weiterlesen

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„Jetzt retten wir die Welt”

#kaufnix – eine Anleitung

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Seit vielen Jahren zermartern wir uns das Hirn, wie wir Menschen dafür begeistern können, nix zu kaufen und stattdessen ihr Leben zu genießen. Und wir haben eine Idee, die schon hunderten Menschen geholfen hat, alte Gewohnheiten abzulegen und neue bessere befreiende Angewohnheiten anzunehmen.

Es war Ende März, nicht gerade warm, als wir mit hängenden Schultern, einem dicken Kloß im Hals und schwerem Herzen in Hamburgs Shopping-Meile Mönckebergstraße auf einer Bank saßen. Um uns herum Tausende von Menschen mit dicken Einkaufstaschen. Weiterlesen

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Gemeinschaftliches Nachhaltiges Wohnen

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Nachdem sich zum Themenbereich „Wohnen” eine globale Bürgerbewegung bildete, gründeten wir 2018 den Verein „STADTRAUM 5 und 4″. Wir handeln lokal und setzen uns aktiv für die nachhaltige solidarische Entwicklung gemeinwohlorientierter urbaner Lebensräume zum Gemeinschaftlichen Wohnen (Quartiere) ein. Gleichzeitig streben wir globale Vernetzung an.

Denn die Situation auf unserem Planeten scheint zunehmend komplexer: Ressourcen werden immer knapper und qualitativ minderwertiger. Gleichzeitig wachsen jedoch Ökonomie und Ansprüche der Gesellschaft. Zur Wahrung der natürlichen Lebensgrundlagen scheinen einschneidende Änderungen in Einstellung und Verhalten bei uns Menschen notwendig. Weiterlesen

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Acht Wochen #kaufnix – wir ziehen Bilanz

Es sind längst nicht mehr nur einige Ökos, die erkannt haben, dass die aktuelle Gesellschaft sich in eine Richtung entwickelt hat, die kein nachhaltiges Zukunftskonzept beinhaltet. Deshalb fordern Stiftungen und Verbände, aber auch Wirtschaftsgrößen, eine radikale Veränderung der menschlichen Lebens- und Verhaltensformen. Suffizienz als eine Säule der Nachhaltigkeit kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Jörg Sommer, seit 2009 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Umweltstiftung, forderte bereits zu Beginn der Kampagne eine zeitnahe und konsequente Veränderung unseres Verhaltens. In einem Interview äußert er sich noch einmal abschließend zur Kampagne und weist auf die Probleme unserer derzeitigen Lebensweise hin. Weiterlesen

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Ist Suffizienpolitik auf EU-Ebene möglich?

Suffizienz politisch fördern – kann dies auch durch die Europäische Union gelingen?

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In der Debatte um Suffizienzpolitik wird immer wieder ein Argument laut: Politik dürfe nicht in die individuellen Lebensentscheidungen der Menschen hineinregieren. Dabei gibt es in Europa bereits gute Beispiele dafür, wie erfolgreich Politik suffizientes Konsumverhalten ermöglichen kann.

Kann man suffizientes Handeln politisch fördern? Und: Darf man das überhaupt? Könnte gar eine liberale Wirtschaftsgemeinschaft wie die Europäische Union dies fördern? Schließlich gilt Suffizienz als eine Frage des individuellen Lebensstils. Weiterlesen

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Suffizienz – der Weg vom Alltag in die Politik

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Lange Zeit hindurch gehörte Suffizienz allein in die Sphäre der Lebenskunst. Ihre Ratschläge und Mahnungen waren an die Einzelnen gerichtet. Ihnen galt die Empfehlung der Genügsamkeit: Von nichts zu viel! Diese Herkunft hat die Suffizienz nicht aufgegeben; aber sie ist weit darüber hinaus gewachsen. Von einem Antrieb zur persönlichen Lebensgestaltung ist sie zu einer Strategie der Zukunftsfähigkeit geworden.

Wie kann sie in der Gesellschaft Wurzeln schlagen? Da ist zunächst die Hoffnung auf einen kulturellen Wandel. Einige beginnen damit, zukunftsfähig zu produzieren und zu leben, andere schließen sich an, die Zahlen werden größer, eine Bewegung entsteht und schließlich wird die kritische Masse erreicht, die eine dauerhafte gesellschaftliche Veränderung in Gang setzt. Weiterlesen

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Einstellung zu Suffizienz

Sieben Wochen betrachteten wir aus verschiedenen Perspektiven die Themen Konsum, Wachstum sowie Suffizienz.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Das Künstlerkollektiv Industrietempel nutzte 2017 das Jubiläum eines Müllheizwerks für Konsumkritik der etwas anderen Art. Im Rahmen einer einstündigen Werksführung zeigte das Kollektiv häppchenweise seinen Film „Die Apologeten des Wachstums“, eine feingefühlig zusammengesetzte Videocollage frei verfügbarer Youtube-Clips.

Shoppingbegeisterte Influencer*innen, Hot-Dog-Wettesser*innen und vom Wachstum predigenden Politiker*innen tragen die Botschaft beinahe ungesagt durch den Film: Der alltägliche, uns selbstverständliche Welt des Konsums ist längst zur besorgniserregenden zur Farce geworden. Wir haben uns mit Projektleiter Thomas Reutter unterhalten, der die „Apologeten des Wachstums“ initiiert und umgesetzt hat. Weiterlesen

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Jedes Individuum und Alle Zusammen

Macht euch ein Bild von der Transformation!

Suffizienz statt Wachstum muss zur persönlichen, politischen und ökonomischen Prämisse werden, wenn wir nicht an unserer Maßlosigkeit zu Grunde gehen– und vorher noch mehr Schaden für die verschiedenen Ökosysteme anrichten wollen. Diese drei Ebenen müssen zusammen gedacht und bearbeitet werden, wenn wir uns in Richtung einer sozial-ökologischen Gesellschaftsorganisation bewegen wollen. Es nützt wenig, wenn umweltbewusste Individuen noch mehr Zeit und mentale Energie auf einzelne Konsumentscheidungen verwenden – solange sie in ländlichen Räumen das Auto benutzen müssen, weil es kaum ÖPNV gibt. Weiterlesen

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BDA fordert Abwendung vom Wachstum

„Eine Konzeption von Städten, Infrastrukturen, Wohnhäusern, Fabrikations- und Bürogebäuden entscheidet, ob Menschen ihr Leben besser in Einklang mit der Umwelt bringen können.” (BDA, Das Haus der Erde, 2019)

Nicht nur die Deutsche Umweltstiftung beschäftigt sich mit dem Thema Suffizienz, sondern auch der BDA. Der Bund Deutscher Architekten vereint circa 5.000 freischaffende Architekt*innen und Stadtplaner*innen, um diese im Interesse der Baukultur und des Berufsstandes zu verbinden. Am 15. BDA- Tag in Halle wurde kollektiv eine aktive Abwendung vom Wachstum gefordert. So plädiert das resultierende, beschlossene Positionspapier „Das Haus der Erde“ für eine Anleitungs- und Verhaltensveränderung in Bauwesen und Architektur. Weiterlesen

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