Suffizienz im Alltag – ein Interview mit Dirk Arne Heyen vom Öko-Institut Berlin

Suffizienz im Alltag

Deutsche Umweltstiftung (DUS): Welche Notwendigkeit sehen Sie in Suffizienz?

Dirk Heyen (DH): So sehr uns viele technische Innovationen weiterhelfen – sie reichen nicht aus, um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen: also etwa klimaneutral zu leben oder auch unseren Ressourcenhunger und unsere Abfallmengen massiv zu reduzieren. Zwar werden viele Geräte, wie zum Beispiel Kühlschränke und Fernseher, oder auch die Motoren unserer Fahrzeuge immer effizienter. Zugleich werden sie aber häufig auch größer, schwerer, leistungsstärker – und wir nutzen sie häufiger oder haben plötzlich mehrere davon. Diese sogenannten „Rebound-Effekte“ fressen die Einsparungen teilweise auf.

Und auch klimafreundliche Technologien wie Windkraft, Solarenergie und Elektromobilität sind nicht ohne Ressourcenverbrauch zu haben. Auch nachwachsende Rohstoffe sind nicht unbegrenzt verfügbar. Je weniger wir davon brauchen, um alte, schädlichere Technologien zu ersetzen, desto besser.

Angesichts dieser Grenzen technischer Lösungen brauchen wir zusätzlich Suffizienz. Darunter verstehen wir veränderte, ökologisch vorteilhafte Konsumweisen – und zwar insbesondere die Reduktion von Besitz oder Nutzung ressourcenintensiver Güter, aber auch deren gemeinsame Nutzung, ihre verlängerte Nutzung bis zu einem Neukauf, und die Wahl kleinerer und sparsamerer Produkte.

Suffizienz hilft, unseren Umweltverbrauch zu reduzieren und somit ökologische Belastungsgrenzen einzuhalten. Mit ihr können wir die Einsparpotenziale von Effizienz besser ausschöpfen und den Ressourcenbedarf für umweltfreundlichere Technologien zusätzlich reduzieren. Im Vergleich zu manch technischer Vision kann Suffizienz zudem einfacher, schneller, günstiger und risikoärmer sein.

DUS: In welchen Bereichen ist Suffizienz besonders wichtig?

DH: Unter Klimagesichtspunkten sind vor allem weniger Flugreisen, weniger Autofahren, weniger Heizen und weniger tierische Produkte die sogenannten „big points“. Sowohl unter Klima- als auch Ressourcenaspekten sollten wir außerdem IT-Produkte wie Handys, Laptops und Tablets möglichst lange nutzen, denn die Umweltbelastung entsteht hier vor allem in der Herstellung. Für Kleidung gilt dasselbe. Und mit Blick auf unseren Müll sollten wir uns weitgehend von Einwegverpackungen verabschieden. 20.000 Coffee-to-go-Becher pro Stunde allein in Berlin: Das ist doch völliger Wahnsinn!

DUS: Sehen Sie bereits einen positiven Trend hin zu suffizienteren Lebensformen?

DH: Man kann einzelne Trends sehen: etwa eine leichte Reduktion des Fleischkonsums, vor allem beim Schweinefleisch, oder eine Zunahme des Radverkehrs in Städten. Das sind allerdings eher „zarte Pflänzchen“, die zudem oft abhängig von sozialen Milieus sind. Natürlich sind diese Trends hilfreich und man sollte versuchen, sie zu verstärken. Gleichzeitig gibt es aber auch viele gegenläufige Trends zum Beispiel die steigende Zahl der SUV genannten Stadtpanzer, oder bei der Ausstattung mit immer neuer Kommunikations- und Unterhaltungstechnik. Trotz der begonnenen „Flugscham“-Debatte steigen auch die Fluggastzahlen bislang weiter. Und schließlich gibt es häufig widersprüchliches Verhalten: Berühmt ist ja das Beispiel des vor dem Biomarkt parkenden SUV-Fahrers.

DUS: Denken Sie, dass die Gesellschaft aus Eigenantrieb suffizienter konsumieren und leben sollte?

DH: Ich glaube, wir überfordern die Menschen massiv, wenn wir alle Verantwortung für einen nachhaltigen Konsum bei ihnen als Konsument*innen abladen. Und zwar aus mehreren Gründen: Erstens werden sie natürlich durch bestehende Angebote und Infrastrukturen beeinflusst und oft auch beschränkt – zum Beispiel durch fleischlastige Essensoptionen in der Kantine, das vorhandene ÖPNV-Angebot oder die fragwürdige Aufteilung öffentlichen Straßenraums für verschiedene Verkehrsträger.

Zweitens kann kein Konsument alle Folgen seines Konsums mit Vor- und Nachteilen diverser Optionen überschauen: vom Anfang der Lieferkette bis zur Entsorgung. Die nachhaltigste Konsumption ist auch nicht immer eindeutig. Im Ernährungsbereich gilt neben der Fleischreduktion ja: am besten Bio + saisonal + regional. Wenn ich im Supermarkt aber nur die Wahl zwischen einem Bioprodukt aus dem Ausland und einem regionalen Nicht-Bio-Produkt habe: was ist nachhaltiger? Schwierig zu beantworten und womöglich abhängig davon, ob die Auslandsware per Flugzeug oder Schiff zu uns kam…

Und drittens: Selbst wenn Menschen ein hohes Problemwissen und Umweltbewusstsein haben, handeln sie nicht unbedingt entsprechend. Zwar nicht zwangsläufig, aber möglicherweise sind mit der nachhaltigen Konsumoption individuelle Nachteile verbunden: höhere Preise, weniger Komfort, weniger Status und/oder ein Verzicht auf Selbstverwirklichung – zumindest in der Wahrnehmung. Zudem können uns Routinen sowie Normalitätsvorstellungen und das Verhalten unserer „peer group“ von einer Umstellung auf nachhaltigere Lebensweisen abhalten. Und schließlich ist der Mensch ein Meister in moralischen Rechtfertigungsstrategien, warum er nichts zu ändern braucht: Wir kennen das von Rauchern: „Helmut Schmidt ist auch über 90 geworden“. Im Umweltbereich sind klassische Argumentationsmuster: „Auf mich Einzelnen kommt es nicht an“, „Die Unternehmen sind schuld“, „Die Amerikaner sind noch schlimmer“ oder auch „Ich esse vegan, da darf ich jedes Jahr eine Fernreise machen“. Die letzte Strategie, ein „psychologischer Rebound-Effekt“, sehen wir gerade auch in grünen Milieus.

Aus all diesen Gründen sollte nachhaltiger, suffizienter Konsum nicht als rein individuelle Angelegenheit betrachtet werden, sondern als politische. Es braucht rechtliche Rahmenbedingungen, die durch Standards, Verbrauchsgrenzen, Preisanreize und Infrastrukturen nachhaltige Produkte und Konsumweisen zur nahe liegenden Option machen und besonders Nicht-Nachhaltiges aus der Welt schaffen.

Damit die Politik in die Richtung aktiv wird, brauchen wir allerdings wiederum den Druck aus der Zivilgesellschaft, wie jetzt durch „Fridays for Future“. Und natürlich ist es super, wenn möglichst viele Menschen vorangehen und auch ohne günstige Rahmenbedingungen schon nachhaltige Konsumweisen an den Tag legen.

DUS: Was entgegnen Sie Kritikern einer solchen Suffizienzpolitik?

DH: Der Staat reguliert ja alle möglichen Lebensbereiche zum Schutz von Menschen und ihrer Umwelt. Welche staatlichen Eingriffe als legitim und sinnvoll angesehen werden, verändert sich übrigens im Laufe der Zeit. Als die Gurtpflicht in Pkw oder das Rauchverbot in Gaststätten eingeführt wurden, gab es zunächst auch einen riesigen Aufschrei. Heute stößt beides auf breite Akzeptanz.

Interessanterweise gab es in den letzten Monaten mehrere Kolumnen in Zeitungen und Magazinen, in denen für den Klimaschutz „mehr Verbote“ gefordert wurden. Eine wachsende Zahl an Leuten sieht in staatlicher Regulierung tatsächlich auch etwas Befreiendes – nämlich von der schon erwähnten Überforderung der Konsument*innen durch einen „information overkill“ und moralische Appelle.

Und der bisherige Fokus auf Information, Effizienzförderung und neue Technologien allein schafft es offensichtlich nicht, die selbst gesteckten Ziele der Politik wie das Klimaziel 2020 oder die Reduktion des Flächenverbrauchs zu erreichen.

Aber natürlich sollten Einschränkungen im Verhältnis zum Nutzen stehen. Daher macht es Sinn, sich regulatorisch auf die vorhin genannten „big points“ zu fokussieren.

DUS: Halten Sie auch noch andere Vorträge zum Thema Suffizienz?

DH: Im September halte ich einen Vortrag zu dem Thema im Rahmen einer Ausstellung in der Berliner Galerie für nachhaltige Kunst. Gerne stehe ich auch für andere Vortragsanfragen zur Verfügung – solange sie keine Flugreise erfordern. Ansonsten überlege ich derzeit, ob ich das Thema mal bei einem „Science Slam“ unterbringe, wo man sein wissenschaftliches Thema in fünf Minuten allgemeinverständlich und möglichst unterhaltsam vorstellen muss. Ich glaube, mit Beispielen zu den widersprüchlichen Entwicklungen in Sachen Rebound-Effekte und Konsumverhalten kann man einige Aha-Effekte erzeugen, die einerseits erheitern und andererseits zum Nachdenken anregen können.

ÜBER DEN INTERVIEWPARTNER
©Dirk Heyen

Dirk Arne Heyen arbeitet seit 2011 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Öko-Institut in Berlin. Er hat ein Diplom in Politikwissenschaft von der Universität Potsdam und einen Master in „Environmental Regulation“ von der London School of Economics. In seiner Forschung beschäftigt er sich insbesondere mit der Rolle von Politik für gesellschaftlichen Wandel, nachhaltigen Konsum und „Exnovation“ (Ausstieg aus nicht-nachhaltigen Strukturen) sowie jeweils ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz.


Ist das Kunst oder kann das weg? – Interview mit Thomas Reutter

Das Künstlerkollektiv Industrietempel nutzte 2017 das Jubiläum eines Müllheizwerks für Konsumkritik der etwas anderen Art. Im Rahmen einer einstündigen Werksführung zeigte das Kollektiv häppchenweise seinen Film „Die Apologeten des Wachstums“, eine feingefühlig zusammengesetzte Videocollage frei verfügbarer Youtube-Clips.

Shoppingbegeisterte Influencer*innen, Hot-Dog-Wettesser*innen und vom Wachstum predigenden Politiker*innen tragen die Botschaft beinahe ungesagt durch den Film: Der alltägliche, uns selbstverständliche Welt des Konsums ist längst zur besorgniserregenden zur Farce geworden. Wir haben uns mit Projektleiter Thomas Reutter unterhalten, der die „Apologeten des Wachstums“ initiiert und umgesetzt hat.

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„Die Apologeten des Wachstums“ kann in voller Länge auf Youtube angesehen werden.

Deutsche Umweltstiftung (DUS): Ihr Film Film „Apologeten des Wachstums“ fängt unser tägliches Konsumverhalten in realsatirischer Weise ein. Welche Kritik versteckt sich dahinter?

Thomas Reutter: Unser Konsum und unser Glaube an Wirtschaftswachstum hat doch schon religiöse Züge angenommen. Das wollte ich mit dem Film vorführen: Wie absurd ist es denn, sich von ständig steigenden Produktions- und Absatzzahlen die Erlösung zu erhoffen? Ist es nicht Wahnsinn, wie die Leute eine Primark-Filiale zur Eröffnung stürmen? Warum? Da wird ja nichts verschenkt. Macht kaufen glücklich? Und macht mehr kaufen glücklicher? Mit den Konsumrausch-Folgen beschäftige ich mich als ARD-Fernsehjournalist seit 1998: Ausbeutung, Umweltzerstörung, Klimakrise… alles ist tausendfach berichtet. Wir kennen die Folgen. Deswegen habe ich im Film auch auf die Bilder von Müllbergen und Plastik im Meer verzichtet.

Aber: Warum predigen Politiker trotzdem immer noch das Credo vom Wachstum als Lösung aller Probleme? Es muss wirklich so eine Art Religion sein. Das wollte ich zeigen. Einmal keine Zahlen, Fakten, Studien! Vielleicht liegt der Schlüssel zur Veränderung auf der emotionalen Ebene, nicht auf der rationalen. Auf mich wirken die Bilder von den Hot-Dog-Helden und den Shopping-Queens wie Karikaturen. Wir haben die Konsumexzesse, den Kaufrausch, die Fresswettbewerbe deshalb mit eigens komponierter sakraler Musik und Zeitlupen überhöht. Vielleicht wird aus der Überzeichnung klar, wie grotesk unsere Konsumauswüchse geworden sind. Auch wenn ich nicht konsumsüchtig bin und meine Einkäufe nicht auf YouTube präsentiere, erkenne ich mich womöglich in den Karikaturen wieder, wie in einem Zerrspiegel.

DUS: Sie selbst sind Mitglied des Vereins „Industrietempel“. Der Name legt nahe, dass Industriestätten mehr zu bieten haben als Maschinen und Herstellungsprozesse. Wurden die „Apologeten des Wachstums“ deshalb zuerst in einem Müllheizwerk gezeigt?

Als ich den Kulturverein Industrietempel vor 30 Jahren mitgegründet hatte, gab es bei uns in Mannheim noch viele leerstehende Fabrikhallen. Manche hatten Fenster wie in Kirchen und verlassen wirkten die Anlagen auf uns, wie versunkene Tempel der Industrie. Die Produktionsstätten lagen da, wie vergessene Kultstätten. Inzwischen wurden sie abgerissen oder umgewidmet. Und wir bespielen nun auch Anlagen, die voll in Betrieb sind. Ins Müllheizkraftwerk sind wir gegangen, weil dort die Reste unseres Konsums liegen und verbrannt werden. Unglaubliche Mengen.

DUS: Funktioniert die Kombination aus drastischen Videobildern und echten Müllbergen? Mit welchem Fazit sind die Besucher*innen aus dem Projekt gegangen?

Reutter: Für mich war es richtig, Die Apologeten des Wachstums auf den Kontrollmonitoren der Müllverbrennungsanlage zu zeigen, auf den Bildschirmen der Kranführer, die den Müll in die Verbrennungsöfen hieven und sie an die Wand des Müllbunkers zu projizieren. So hatten die Zuschauer die Zusammenhänge ständig im Bewusstsein, ohne dass im Film auch nur einmal das Wort „Müll“ fallen musste.

Ich habe bei den Vorführungen oft in die Gesichter der Betrachter geschaut. Viele staunten ungläubig, manche ekelten sich oder schüttelten die Köpfe. Der Film hat aber auch in einer Kirche und in Schulen starke Reaktionen hervorgerufen. Das persönliche Fazit der Zuschauer*innen wird sicher erst mal sein: so verrückt bin ich zum Glück nicht! Aber vielleicht ertappt man sich dabei, auch selbst anfällig zu sein, für Konsumrausch und den unbeirrbaren Glauben an Wachstum.

DUS: Die Führungen durch das Müllheizwerk waren auf dessen Jubiläum beschränkt und den Film kann vorerst nur noch auf YouTube ansehen. Shoppende Youtuberinnen, Foodporn und Hot-Dog-Wettessen gibt es nach wie vor. Wie schätzen Sie die Wirksamkeit Ihrer Konsumkritik ein?

Reutter: Die Wirksamkeit lässt sich nicht messen. Ich bin mir aber sicher, dass der Film beim Betrachten auf der Gefühlsebene etwas auslöst. Die Bilder bleiben im Gedächtnis, verbunden mit dem Gedanken: So will ich nicht sein! Wenn das auch nur bei ein paar Leuten zum Nachdenken anregt, ist schon etwas gewonnen. Wirksamer wäre er natürlich, wenn den Film viele Menschen sehen und teilen. Mein Traum wäre eine Aufführung in den Fluren des Deutschen Bundestags, im Wirtschafts- und im Umweltministerium oder gerne auch in einer großen Mall.

DUS: In unserer #kaufnix-Kampagne fordern wir Menschen dazu auf, das eigene Konsumverhalten zu überdenken und auf das Kaufen zu verzichten. Was müssen wir Ihrer Ansicht nach tun, um unsere Zukunft nachhaltig lebenswert zu gestalten?

Reutter: Ha! Jetzt komme ich mir selber schon wie ein Prediger vor. Darf ich mal den Papst zitieren? Franziskus I schreibt: „Noch ist es nicht gelungen, ein auf Kreislauf ausgerichtetes Produktionsmodell anzunehmen, das Ressourcen für alle und für die kommenden Generationen gewährleistet und das voraussetzt, den Gebrauch der nicht erneuerbaren Reserven aufs Äußerste zu beschränken, den Konsum zu mäßigen, die Effizienz der Ressourcennutzung maximal zu steigern und auf Wiederverwertung und Recycling zu setzen. Die Auseinandersetzung mit dieser Frage wäre ein Weg, der Wegwerfkultur entgegenzuwirken, die schließlich dem gesamten Planeten schadet.“ (Enzyklika Laudato Si, 2015) Das ist aus meiner Sicht auch heute, vier Jahre später, noch absolut gültig und aktuell.

„Wir haben uns eingeredet, permanentes Wirtschaftswachstum sei die Antwort auf alle Fragen“, sagte Bundespräsident a.D. Horst Köhler 2009 in seiner Berliner Rede. Wir müssen uns eingestehen, dass Wachstum und Konsum nicht die Lösung unserer Probleme sind. Wenn der Film einen Impuls dazu gibt, diese herrschende Meinung infrage zu stellen, dann ist er wirksam.

Über den Interviewpartner
© Thomas Lohner

Thomas Reutter (1967 geboren) ist seit 1989 beim Industrietempel. Er war an mehr als 50 außergewöhnlichen Ausstellungen und Aufführungen für außergewöhnliche Räume beteiligt, meist an der Planung, Organisation und Durchführung der Veranstaltungen.

Reutter ist Redakteur und Filmemacher beim SWR. Für das ARD Politikmagazin Report Mainz berichtete er von 1998 bis 2013 auch über Themen wie Ausbeutung, Massentierhaltung und Überfischung. Für einen Arte-Themenabend arbeitet er gerade an einer langen Fernsehdoku über die weltweite Urwaldabholzung.

Kaufen: Wenn schon, dann richtig!

Foto: stevepb/Pixabay

Während des bisherigen Verlaufs der #kaufnix-Kampagne haben wir Ihnen verschiedene Alternativen zum Kaufen vorgestellt. Wenn man manchmal allerdings doch etwas neu kaufen muss, lässt sich dies trotzdem nachhaltig gestalten! Darüber möchten wir Sie in dieser Woche unserer Kampagne informieren, denn die letzte und kleinste Einheit der Anti-Verbraucher-Pyramide ist die Rubrik ,,Kaufen’’.

Konsum bestimmt unseren Alltag: 5,2 Milliarden Kleidungsstücke besitzen die Deutschen, 18 Millionen Tonnen unserer Lebensmittel werfen wir jährlich weg und ganze 97 Prozent von uns haben ein Handy. Innerhalb der Kundschaft macht sich oft ein Gefühl der Machtlosigkeit breit, wenn es an die Beurteilung der Nachhaltigkeit von diesen Produkten und deren Erwerb geht. Gründe hierfür sind unter anderem die mangelnde Transparenz der Hersteller*innen und fehlende Kennzeichnungen. Um trotzdem nicht den Überblick zu verlieren, werden wir im Folgenden einige Tricks verraten, um beim Kauf von Lebensmitteln, Kleidung und Technik eine nachhaltige Entscheidung treffen zu können.

Etliche Label und Zertifikate sollen Entscheidungshilfen beim nachhaltigen Einkaufen geben. Oft wissen Kaufende allerdings gar nicht, was sich hinter einzelnen Labels verbirgt. Quelle: Zukunftsinstitut.

Lebensmittel

50 Prozent der in Europa hergestellten und importierten Lebensmittel werden noch vor ihrem Verzehr entsorgt. Der Großteil dieser enormen Verschwendung geschieht hierbei in unseren eigenen vier Wänden.

Um dem Wegwerfen unverbrauchter Lebensmittel entgegenzuwirken, ist es von Vorteil, sich vor jedem Einkauf einen Einkaufsliste anzulegen. Wenn man schon zu Beginn der Woche plant, was auf dem Speiseplan steht, kauft man keine unnötige Ware, die letztendlich nur im Abfall landet. Durch einen bewussten Besuch im Lebensmittelladen spart man zusätzlich Zeit, die man sonst mit überflüssigem Grübeln verbracht hätte.

Raphael Fellmer ist sogar noch einen Schritt weitergegangen. Er rettet bereits weggeworfene Lebensmittel und „belebt sie wieder“. In seinen „Rettermärkten“ werden Lebensmittel mit offiziell überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum von herkömmlichen Supermärkten aufgekauft und zu einem günstigerem Preis angeboten. Irrsinnigerweise landen in den Regalen Lebensmittel, die noch viele weitere Wochen, Monate oder sogar Jahre genießbar sind.

Das SirPlus-Team um Raphael Fellmer (vorne rechts) bei der Eröffnung des Rettermarktes in Berlin-Steglitz. Foto: avocado-blog.de.

Lästiges Verpackungsmaterial, meistens aus Plastik, kennen wir alle. Diesem können Sie einen Strich durch die Rechnung machen, indem Sie Unverpacktläden besuchen und sich Pasta, Nüsse oder Gewürze in ein Behältnis abfüllen. In normalen Supermärkten lässt sich dieses Konzept jedoch auch umsetzen. Selbst mitgebrachte Jutebeutel, Obstnetze und der Griff zur unverpackten Variante des Gemüses vermeiden weiteren Verpackungsmüll und senken langfristig die Nachfrage nach Plastikverpackungen.

Neben den Verpackungsmaterialen stellen auch die Transportwege unserer Lebensmittel ein großes Problem dar. Tomaten aus Spanien sind nicht nur mit Pestiziden belastet, die sowohl der Umwelt als auch den Konsumierenden selbst schaden, sondern legen auch einen weiten Weg zurück. Das CO2, welches dabei freigesetzt wird, lässt sich vermeiden, indem man regionale und saisonale Produkte konsumiert. Momentan wird in Deutschland fleißig Spargel und Blumenkohl geerntet und seit Kurzem gibt es wieder frische Erdbeeren und Aprikosen!

Auch der Besuch im Restaurant oder Café lässt sich nachhaltiger gestalten, indem Sie eigene Mehrwegbecher zum Befüllen bzw. Brotdosen für übrig gebliebenes Essen mitbringen.

320.000 Coffee-to-Go-Becher landen stündlich im Müll – und das alleine in Deutschland.
Foto: filmbetrachterin/Pixabay

Einige Obst-, Gemüse-, oder Kräutersorten im Garten, auf dem Balkon oder in einer gepachteten Gartenparzelle anzulegen, sorgt außerdem für das Vermeiden von Transportwegen und pestizidbelasteten Lebensmitteln. Dieser Trend breitet sich unter dem Namen ,,Urban Gardening’’ auch unter vielen Stadtbewohner*innen aus.

Kleidung

Dass es in der Kleidungsbranche oft nicht ,,sauber“ zugeht, ist vielen von uns mittlerweile bewusst. Unfaire Löhne, unsichere Arbeitsbedingungen und krebserregende Färbe- und Bleichmittel prägen die Produktionsketten der Modeindustrie. Was können Sie tun, um sich als Endverbraucher*in mit gutem Gewissen einzukleiden?

Am Anfang einer jeden Anschaffung sollte die Überlegung stehen, ob man wirklich ein neues Kleidungsstück braucht. Oft endet spontanes Kaufen in Fehlkäufen, die nie wieder getragen werden. Die nachhaltige Alternative hierzu ist, sich für Kleidung zu entscheiden, die langfristig getragen werden kann. Eine qualitativ hochwertige Winterjacke in einer neutralen Farbe ist zeitlos und wird problemlos über mehrere Jahre als treue Begleiterin dienen.

Entscheidend ist außerdem die Pflege der Kleidung. Wenn die Winterjacke nun jeden Tag gewaschen wird, sinkt natürlich die Ökobilanz. Eine sparsame Einteilung der Waschgänge bei niedrigen Temperaturen (Kleidung wird schon bei 30 Grad wunderbar sauber) und ein Bio-Waschmittel, welches das Abwasser und Ihre Haut nicht mit giftigen Chemikalien belastet, machen Ihre Kleidung nachhaltiger.

Genau wie in der Lebensmittelindustrie gibt es auch bei Kleidung verschiedene Siegel, welche Richtlinien zur Herstellung und Verarbeitung der Produkte voraussetzen. Leider sind diese oft nicht sehr bekannt bzw. es herrscht eine fehlende Transparenz gegenüber den Konsumierenden. Zwei der am weitesten verbreiteten und strengsten Siegel möchten wir gerne vorstellen:

IVN 

Der internationale Verband der Naturtextilwirtschaft erhebt höchste Ansprüche und gilt als das am strengsten vergebene Siegel. Die Richtlinien sind unter anderem, dass die Kleidung zu 100 Prozent aus biologisch erzeugten Naturfasern besteht und dass auf die Verwendung zahlreicher giftiger Chemikalien verzichtet wird. Zusätzlich müssen die Hersteller*innen existenzsichernde Löhne für Anbau und Verarbeitung garantieren können.

Das Siegel des internationalen Verbands für Naturtextilwirtschaft
Quelle: stadelmann-natur.de

GOTS

Das „Global Organic Textile Standard“-Siegel verspricht einen Mindeststandard für Naturtextilien. Kleidung muss zu mindestens 70 Prozent aus biologisch erzeugten Naturfasern bestehen und es gelten strenge Anforderungen in den Bereichen Abwasserklärung, Energieverbrauch. Die sozialen Standards orientieren sich an denen der International Labour Organisation. Besteht die Kleidung zu mindestens 95 Prozent aus biologisch erzeugten Naturfasern, wird der Zusatz ,,organic“ vergeben.

Das Siegel des Global Organic Textile Standard
Quelle: naturtextil.de

Neben den Siegeln gibt es natürlich auch Modelabel, die auf Nachhaltigkeit setzen oder auf eine nachhaltigere Produktion umstellen. Der Onlineshop ,,Avocado’’ bietet zum Beispiel eine Auswahl an nachhaltigen Marken an. Darunter ist die Firma ,,Greentee’’, welche zu fairen und sozialen Bedingungen in Europa produzierte T-Shirts aus Biobaumwolle anbietet. Des Weiteren verkauft ,,THOUGHT-BRAINTEE’’ Kleidung aus Hanf-, Bambus-, und Sojabohnenfasern, welche mit der FairTrade Association produziert wird.  Die Firma ,,WIEDERBELEBT’’ arbeitet mit Überschüssen aus der Textilindustrie ohne neue Rohstoffe zu verwenden. Durch diese Form des Upcyclings wird der Energie-, und Wasserverbrauch zu 90 Prozent reduziert. Bei der Herstellung und Verarbeitung in Stuttgart werden von jedem Stück nur 50 Exemplare hergestellt, um dazu beizutragen, dass der Wert von Kleidung wieder mehr geschätzt wird.

All diese Namen sind bisher noch nicht jedem bekannt, doch auch Mainstream-Marken wie z.B. Adidas versuchen Nachhaltigkeit in ihre Philosophie zu integrieren. Adidas stellte bei der Klimakonferenz 2015 einen Schuh aus recyceltem Meeresplastik vor. Die Kollektion wurde später um Sportkleidungsartikel erweitert und fand in Kooperation mit Parley for the Oceans statt. Die Stoffe bestehen teilweise aus recycelten Plastikfasern. Die Kollektion stieß auf großen Anklang und die Idee, dass in Zukunft große Modelabel mit recycelten Stoffen arbeiten, schien vielversprechend.

Werbefoto für Adidas Kooperation mit Parley for the Oceans
Quelle: businessinsider.de

Leider stellte sich Adidas Kampange als ,,Greenwashing“ heraus, da die Mischfasern später nicht wieder recycelt werden können und somit eindeutig nicht nachhaltig sind. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass sich der recycelte Plastikmüll generell nicht für die Wiederverarbeitung in Kleidung eignet, da sich Mikropartikel beim Waschen lösen und als Mikroplastik erneut ins Abwasser gelangen. Der Müll kehrt dorthin zurück, wo er eigentlich dauerhaft entfernt werden sollte. Als Adidas mit den ,,Downcyling’’-Argumenten konfrontiert wurde, konnten keine konkreten Aussagen über den Plan zur Entsorgung der Artikel getroffen werden.

Das traurige Fazit lautet also: Kund*innenköder durch die Besetzung eines emotionalen Themas. Vielleicht wurde durch die mediale Aufmerksamkeit wenigstens mehr Bewusstsein für das Plastikproblem geschaffen und andere Marken dazu motiviert auf eine tatsächlich nachhaltige Produktion umzustellen.

Technik

Technik ist der bisher wohl am wenigsten von nachhaltiger Produktion geprägte Bereich des Konsums. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass hier am wenigsten Transparenz vorliegt und oft bloß auf die Energieeffizienz der Geräte geachtet wird, jedoch nicht auf die Herstellung. Zudem gibt es beim Kauf technischer Produkte bisher kaum bekannte Siegel, die einen fairen Handel garantieren, da die Produktionsketten noch verstrickter sind als in anderen Branchen. Oft handelt es sich jedoch um Kinderarbeit und unmenschliche Arbeitsbedingungen sowie unfaire Löhne. Die Abbaugebiete selbst sind oftmals umstrittene Bereiche oder Kriegsgebiete.

,,Faire Technik gibt es nicht’’

Umweltexperte Dirk Petersen der Hamburger Verbraucherzentrale

Das derzeit transparenteste und strengste Siegel ist von der schwedischen ,,Tjänstemännens Centralorganisation’’ , kurz: TCO. Es berücksichtigt neben effizientem Stromverbrauch auch die Langlebigkeit der Produkte, die sozialen Standards während der Herstellung, die Gesundheit der Verbraucher*innen und die Materialrückgewinnung. Alle drei Jahre wird eine neue Generation der TCO-Kriterien veröffentlicht, um einen Anreiz für einen kontinuierlichen Fortschritt zu geben.

Nicht nur ressourcenschonend, sondern auch fair ist das Fairphone des niederländischen Gründers Bas van Abel. 2013 startete er eine Crowdfunding-Kampagne in deren Rahmen 25.000 Unterstützer*innen ein Fairphone noch vor der Herstellung bestellten. Mittlerweile gibt es das nachhaltige Smartphone schon in der zweiten Generation und es wird weiterhin an noch mehr Fairness im Herstellungsprozess gearbeitet. Der Fokus des Fairphones liegt auf der Verwendung konfliktfreier Rohstoffe, Haltbarkeit, fairen Löhnen und Produktionsbedingungen.

Wenn das Fairphone kaputt geht, lassen sich einzelne Bestandteile unkompliziert austauschen
Foto: shop.fairphone.com

Als allgemeinen Verhaltenskodex beim Kauf von Technik lässt sich sagen, dass die Langlebigkeit der Produkte enorm wichtig ist. Große Elektrokonzerne sind schon oft in den Verdacht geraten ,,unreparierbare’’ Geräte herzustellen, damit sich nach deren Verschleiß möglichst neue, teurere angeschafft werden. Wenn ein Produkt wirklich ausgetauscht werden muss, gibt es Recyclingmethoden für Elektrogeräte. Sie können teilweise eingeschmolzen und wiederverwendet werden.

Nachhaltig kaufen lohnt sich

Lebensmittel, Kleidung und Technik sind essentielle Bestandteile unseres Alltags. Im alltäglichen Trott ist es ein Leichtes, die Augen vor den vielen Schattenseiten unseres Konsumverhaltens zu verschließen. Außerdem ist es ein Leichtes, zum Mainstreamprodukt zu greifen. Jedoch lohnt es sich, es anders zu machen.

Kaufen kann in vielerlei Hinsicht nachhaltig gestaltet werden, wenn Sie auf die richtigen Aspekte achten und nicht immer zu dem greifen, was momentan beworben wird. Qualitätsvolle Produkte werden Sie problemlos langfristig begleiten. Und manchmal sollte man auch den Dingen eine Chance geben, die von anderen übersehen wurden. Durch eine Konsumumstellung vieler wird die Nachfrage auf dem Markt eine Richtungsänderung erfahren und Hersteller*innen zu einem Umdenken zwingen.

Minimalismus – Ein Leben ohne Überfluss

Minimalismus heißt nicht nur, mit wenigen Gegenständen zu leben.
Foto: Paula Schmidt / Pixabay

Der Begriff Minimalismus bedeutet, sich auf das Nötigste zu beschränken. Das kann für jeden Menschen in einem anderen Zusammenhang stehen. Zum einen kann Minimalismus bedeuten, dass in einer Wohnung mit wenig Dekorationselementen gespielt wird oder auf einer Fotografie der Fokus nur auf einem Element liegt. Der Begriff kann aber auch als Gegenbewegung zur abstrakten Kunst verstanden werden.

Für Ryan Nicodemus und Joshua Millburn hingegen ist Minimalismus ein Lebensstil:

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Die Dokumentation „Minimalism – A Documentary about The Important Things“ (im Deutschen: „Minimalism – A Documentary“) von Matt D’Avella erschien im Jahr 2015 in Amerika. Der Film handelt von den beiden Minimalisten Ryan und Joshua, die sich gegen den Konsum im Überfluss entschieden.

Zusammen schrieben die beiden Amerikaner ein Buch über ihren Lebensstil und begeisterten damit Millionen von Menschen. Neben den beiden Hauptdarstellern kommen weitere Minimalist*innen, Projektinhaber*innen, Wissenschaftler*innen und Autor*innen zu Wort. Sie sprechen darüber, dass Objekte einen nur bedingt glücklich machen können und welchen Einfluss Werbung auf unser Leben hat.

Der New York Time Square ist bekannt für seine zahlreichen knalligen Werbetafeln.
Foto: jeffreyjsmith85/ Pixabay

Werbung beeinflusst unser Konsumverhalten

Werbung begleitet uns, egal wo wir uns befinden. Mal wieder ist Werbepause im Fernsehen, obwohl der Film erst vor einer halben Stunde begonnen hat. Während des Kochens schallen Werbe-Jingles aus dem Radio. Beim Schlendern durch die Einkaufshallen hängen links und rechts Werbetafeln. Und ständig ist man damit beschäftigt, auf dem mobilen Endgerät die sozialen Medien zu aktualisieren. Tagtäglich beeinflusst uns Werbung bewusst und unterbewusst.

Dabei weiß die Werbeindustrie genau, wie sie vorzugehen hat. Es werden Meinungsforschungen und Studien betrieben, um den Nerv der breiten Masse zu treffen. Werbung kann dabei die Absicht haben zu informieren und über wichtige Themen aufzuklären, wie zum Beispiel Krankheiten. Aber sie kann uns ebenso denken lassen, wir müssten uns immer wieder neuwertige Produkte kaufen.

Eine große Plattform für die Verbreitung solchen Denkens bietet das Internet. Produkte werden gezielt je nach Internetrecherche und Kaufverhalten eines Individuums online angezeigt, wenn nicht längst ein Werbeblocker installiert worden ist. Somit wird immer wieder auf Produkte aufmerksam gemacht und vielleicht sogar vom Kauf überzeugt.

Viele Nutzer*innen nehmen jedoch personalisierte Werbung negativ wahr. Ein Grund dafür ist, dass sich die Nutzer*innen beobachtet fühlen. Deswegen vertrauen sie lieber auf Rezensionen von anderen Internetnutzer*innen.

Persönliche Produktempfehlung ist die Chance, die Nutzerschaft über die Notwendigkeit eines Produktes zu informieren und sie vielleicht sogar vom Kauf abzuhalten. Auch diesen Bereich haben Werbende inzwischen allerdings für sich entdeckt. Bei einigen Online-Versandhändlern stammt längst nicht mehr jede Kundenrezension tatsächlich von einem/einer Kund*in. Mit gefälschten positiven Produktbewertungen wird stattdessen oft versucht, Menschen zum Kauf zu bewegen.

Zwar ist es nicht einfach, sich der Beeinflussung von Werbung zu entziehen. Aber in einer Konsumgesellschaft wie unserer ist es wichtig, eigenständige Kaufentscheidungen zu treffen. Zudem sollte man erkennen, wann es wirklich notwendig ist, ein neuwertiges Produkt zu kaufen.

© Deutsche Umweltstiftung

Nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Umwelt müssen wir dem Massenkonsum entgegenwirken. Also lieber nutzen was man hat, reparieren, tauschen, leihen oder gebraucht kaufen, statt nur neu zukaufen.

Rettermarkt in Berlin – ein Interview mit Raphael Fellmer

Geschenkte Kleidung, Lebensmittel aus der Tonne, ein Leben ganz ohne Geld: Für Raphael Fellmer war das fünf Jahre lang Alltag. Mit seiner Familie hat er im Geldstreik gelebt, um ein Zeichen gegen Ressourcen- und Lebensmittelverschwendung zu setzen. Inzwischen hat er aus seiner Haltung einen gangbaren Weg gemacht, mit dem alle Menschen ein ähnliches Zeichen setzen können.

Denn Raphael Fellmer ist Gründer des Berliner Rettermarktes „Sirplus“, in dem ausschließlich vor der Tonne gerettete Lebensmittel über den Warentisch gehen. In den vergangenen Jahren hat er vier seiner Rettermärkte in Berlin eröffnet. Wir haben den Lebensmittelaktivisten in einem davon einen Besuch abgestattet:

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#kaufnix | Interview mit Raphael Fellmer. © Johannes Kaczmarczyk/Deutsche Umweltstiftung